BAUSPIELHÖRSTELLE (2018)
Hörspiel, Gemeinschaftsprojekt mit Daniel Castoral, Christoph Stuhlpfarrer und Peter Weinlich.
Beitrag zum Jahresprojekt der beiden Medienkompositionsklassen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien 2017/18.
Textgrundlage sind die Worte des Erzählers am Anfang des Hörspiels "Die Zikaden" von Ingeborg Bachmann (Text) und Hans-Werner Henze (Musik).
In BAUSPIELHÖRSTELLE sind unsere vier verschiedenen Auffassungen zum Text von Ingeborg Bachmann eingeflossen. Jedes der vier Mitglieder unserer Gruppe hatte einen eigenen Schwerpunkt (z. B. Zikadensprache aus Partikeln menschlicher Sprache, rhythmisierte Sprache, Baustellengeräusche, Metaebene: Kommentare beim Aufnehmen).
Die Aufgabe, aus den vier Ansätzen noch einmal eine gemeinsame Komposition zu machen, stellte uns vor grundlegende Fragen:
- Kann eine gemeinsame Komposition mit vier verschiedenen Standpunkten und vier AutorInnen funktionieren?
- Was ist Komponieren?
- Sind künstlerische Entscheidungsprozesse demokratisch?
Das Hörspiel wurde - wie auch die anderen Beiträge zum Jahresprojekt - in einer Sendung mit dem Titel "Hörperspektiven" am 24.06.2018 von Ö1 Kunstradio gesendet und ist unter folgendem externen Link zu hören, der auf die Website von Ö1 Kunstradio führt :
Vokalspiele mit Haikus (2017)
In Zusammenarbeit mit dem "Vokalensemble Sakura Wien"
Die "Vokalspiele mit Haikus" entstanden in Zusammenarbeit mit dem "Vokalensemble Sakura Wien" als Beitrag für das "Aufspiel" anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien im Jahr 2017 in den Räumen des Wiener Konzerthauses. Beim "Aufspiel" sollte es sich - laut Ausschreibung der mdw - um kleine "flashmobartige Vokalminiaturen" handeln. Wegen des vokalen Miniaturformats dachte ich sofort an Haikus. Ich schrieb fünf Haikus, welche Grundlage der Komposition wurden. Während der Proben erarbeiteten das "Vokalensemble Sakura Wien" und ich zusammen die Realisierung. Das Ergebnis ist ein Weg von der Stille zum Klang. Am Anfang der ein- bis zweiminütigen Performances stehen Haltungen und Gesten. Über Flüstern und Summen nähert sich die Artikulation einem rhythmisierten Sprechen oder Singen an. Am Ende jeder Performance steht das Haiku: zuerst in japanischer, dann in deutscher Sprache. Die Haikus wurden von Tomoko Tanaka ins Japanische übersetzt.
"Vokalensemble Sakura Wien":
Tomoko Tanaka (Sopran; Gründerin des Vokalensembles Sakura Wien; Ensembleleitung), Ana-Marija Brkić (Sopran), Anastazja Fischer (Mezzosopran), Rahil Sidiropoulos (Mezzosopran), Alexandra Aidonopoulou (Alt), Sean Michael Azucena (Tenor).
Beispiel:
Haiku 1:
Ein Pizzicato,
vereinzeltes Hagelkorn:
scheinbar zufällig.
Der Mitschnitt einer Probe von Haiku 1 ist unter folgendem externen Link zu hören:
Klangschrift (2013)
Überschreibungen für 8 Lautsprecher, Player-Piano und präparierte Partitur
Konzert-Installation anlässlich Master-Prüfung 30./31. Mai 2013, Vortragssaal der ZHdK, Zürich. Klangregie: Max Molling, Mario Schläppi - Technik: Simon Könz - Konzept und Elektronik: Bärbel Zindler
1. Klanginstallation | 2. Live-Performance mit Player-Piano | 3. Klanginstallation.
Überschreibungen
Die Klänge des Installationsteils sind Audio-Aufnahmen, die mehrmals "überschrieben" wurden. Das heißt, die (erste) Aufnahme wurde abgespielt und wieder aufgenommen, wenn die zweite Aufnahme erfolgte (usw.), so dass verschiedene Grade von Überschreibungen entstanden. Zu diesem Verfahren regte mich folgendes Zitat von Mauricio Kagel an: "Um die Interpretation unscharf zu machen, und zwar unscharf in bezug auf bestimmte kompositorische Absichten, müsste die Schreibweise von palimpsestartiger Natur sein." (Mauricio Kagel, Komposition - Notation - Interpretation. In: Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik, Bd. 9, 1965, S. 55 - 63).
Player-Piano
Ein Player-Piano kann auf zweifache Weise gespielt werden: 1. Ein Pianist oder eine Pianistin spielt auf den Klaviertasten. 2. Es kann (auch gleichzeitig mit dem Klavierspiel über die Tasten) von einem Computer aus gesteuert werden. Für "Klangschrift" verwendete ich zur Steuerung des Player-Pianos über einen Computer die Software MAX/MSP, dazu einen Controller und einen Sensor. Für den Mittelteil (Live-Performance) wurden zwei Phrasen aus Bachs "Italienischem Konzert" als Notenmaterial verwendet, das auf verschiedene Arten im Computer verarbeitet wird (Reihenfolge der Noten, Transposition). Die Töne können als Einzelnoten oder als Cluster gespielt werden. Das Klavierspiel kann während der Performance auch aufgenommen und wieder abgespielt werden.
Präparierte Partitur
Der Pianist spielt aus einer präparierten Partitur. Grundlage ist Johann Sebanstian Bachs "Italienisches Konzert". Auf jeder Seite der Partitur wurde Transparentpapier befestigt. Auf dem Transparentpapier ist ein Gedankenfluss in Form von Textzeilen und Zeichnungen zu sehen. Diese liegen über dem Notentext von Bach. Der Pianist sucht sich Stellen aus der präparierten Partitur heraus, die er kennzeichnet und spielt. Diese Klangpartikel fungieren als Reminiszenzen an Bach, sind aber zugleich abstrahiert, da herausgelöst aus dem Gesamtkontext, und stehen beim Spielen unter dem Eindruck der Texte und Zeichnungen. Die präparierte Partitur ist während der Konzertinstallation auf Lesepulten zur Ansicht ausgelegt.

Hörbeispiele aus "Klangschrift" sind unter folgendem externen Link zu hören:
Zeitbasiert (2012)
Fixed Media, 8-Kanal-Stück, 10'43.
Beitrag zum Atelierkonzert des ICST (Institute for Computer Music and Sound Technology, Zürcher Hochschule der Künste) bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, 18.07.2012.
Stichworte: Komponieren mit disparatem Material - Klavier als Klangkörper - Raumklang.
Klangmaterial:
1. Klavierklänge (Anschlagen von Holzpartien des Klaviers -> tiefe Frequenzen; Bespielen der Saiten im Innenraum -> filigrane Klänge, Arpeggien).
2. Rauschen (computergeneriert, natürlich),
3. Folgen von Impulsklängen (computergeneriert, natürlich),
4. Soundscape der Innenstadt von Zürich.
Raumklang:
Acht Lautsprecher sind im Kreis angeordnet und werden in verschiedenen Kombinationen für die Klänge verwendet, zum Beispiel:
1. Gegenüberstehende Lautsprecher, 2. Bildung von Klangketten (mehrere nebeneinander stehende Lautsprecher).
Ein Hörbeispiel aus "Zeitbasiert" (als Stereo-Version) ist unter folgendem externen Link zu hören:


